Protestaktion bei der Lebenshilfe: Weiterbetrieb der Kindertagesstätten ist bedroht
Die Lebenshilfe Südliche Weinstraße beteiligt sich am 12. Dezember 2025 mit ihren Kindertagesstätten Pusteblume in Bad Bergzabern und Löwenzahn in Landau an dem landesweit ausgerufenem Protesttag des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. unter dem Motto #JAFürjedesKind.
Die beiden Kitas werden symbolisch abgesperrt und die MitarbeiterInnen werden durch rote Kleidung auf die prekäre Lage in den Einrichtungen hinweisen.
Ziel der Aktionen ist es auf die akute Gefährdung der Kindertagesstätten in freier Trägerschaft aufmerksam zu machen. Dies trifft insbesondere integrative und heilpädagogische Kindertagesstätten in denen Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam betreut und gefördert werden.
„In unseren Kindertagesstätten geben wir täglich unser Bestes für alle Kinder. Unsere Fachkräfte leisten hochengagierte Arbeit, um allen Kindern eine gute Bildung und Teilhabe zu ermöglichen. Aber Engagement allein reicht nicht, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen und unsere Arbeit gefährdet ist. Wir brauchen dauerhaft eine verlässliche Finanzierung unserer Angebote. Mit unserer Aktion möchten wir auf die Missstände in Finanzierung hinweisen und weiterhin viele Unterschriften für die Petition unseres Landesverbandes gewinnen, damit wir in Mainz Gehör finden und zeitnah, zielorientiert, ehrliche Lösungen für bekannte Probleme gefunden werden“, sagte Eric Weik, Vorstand der Lebenshilfe Südliche Weinstraße.
Protesttag der Lebenshilfen – Die Hintergründe
Die derzeitige Gesetzeslage im KiTaG RLP sieht vor, dass freie Kita-Träger – darunter viele aus der freien Wohlfahrtspflege – einen Eigenanteil zur Finanzierung beisteuern sollen. Dies widerspricht dem Prinzip der Subsidiarität und überlastet gemeinnützige Einrichtungen, die ohnehin stark unter Fachkräftemangel und steigendem Kostendruck leiden. Fehlende Schnittstellen zur Eingliederungshilfe sowie eine unzureichende Personalbemessung verschärfen die Lage zusätzlich. Besonders betroffen sind integrative und heilpädagogische Kitas, die bislang durch vollfinanzierte Plätze für Kinder mit Beeinträchtigung abgesichert waren. „Kürzungen der Betreuungszeiten, Schließungen von Gruppen, Überlastung von Personal und ein deutlicher Qualitätsverlust sind die sichtbaren Folgen der mangelnden Finanzierung. Als gemeinnützige Organisationen können wir die Verluste der Kindergärten nicht dauerhaft tragen“, erklärte Eric Weik weiter.
Mehr Information und Hintergründe zur Petition gibt es hier.

Lebenshilfe Delegation beim Landkreistag in Mainz
