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„Hier geht es um den ganzen Menschen“

Thomas Porth musste in seinem Leben
viele Schwierigkeiten meistern.
In der Südpfalzwerkstatt hat er
eine Sinn-volle Aufgabe gefunden.
Die Menschen hier geben ihm Halt.
Heute lebt Thomas Porth selbst-bestimmt
mit seiner eigenen Familie.
Über seinen besonderen Weg spricht er im Interview.

erstellt am 10.05.2022

Wollen wir Sie oder du sagen?
Thomas Porth:
Gerne du.
Ich heiße Thomas und bin 45 Jahre alt.

Wo in der Südpfalzwerkstatt arbeitest du?
Thomas Porth:
Ich arbeite im Metall-Bereich vom Werk Offenbach 1.
Dort bin ich seit fast 20 Jahren.

Was sind deine Aufgaben?
Thomas Porth:
Ich bearbeite in der Dreherei Flansche.
Das sind Ring-förmige Scheiben aus Metall.
Sie werden für Mäh-Drescher gebraucht.
Ich muss gut aufpassen
und sehr genau arbeiten.
Manchmal helfe ich auch an anderen Maschinen aus.

Was bedeutet die Arbeit in der Werkstatt für dich?
Thomas Porth:
Meine Arbeit macht mir viel Spaß.
Auf meine Leistung bin ich sehr stolz.
Ich denke mit.
Und ich zeige,
was ich kann.
Die Südpfalzwerkstatt ist mir sehr wichtig.
Hier geht es um viel mehr als um die Arbeit.
Es geht um den ganzen Menschen.
Die Leute kennen mich durch und durch.
Ich kam aus schwierigen Verhältnissen.
Und es war nicht immer einfach mit mir.
Aber die Leute in der Südpfalzwerkstatt haben mir zugehört.
Und sie haben mich verstanden.

Wo warst du vorher?
Thomas Porth:
Ich bin im Heim aufgewachsen.
In meiner Jugend musste ich umziehen.
Mit den anderen in dem neuen Wohn-Heim habe ich mich nicht verstanden.
Oft war ich wütend.
Manchmal habe ich dann jemanden geschubst oder gestoßen.
Auch mit der Heim-Leitung bin ich nicht gut klargekommen.
Ich wollte einen gesetzlichen Betreuer haben.
Er hat sich für meine Rechte eingesetzt.

Wie war es am Anfang in der Werkstatt?
Thomas Porth:
Das war schwer.
Ich musste mich auf neue Menschen einstellen.
Und auf einen anderen Alltag.
Noch dazu haben meine erste Frau und ich uns getrennt.
Hätte mich die Südpfalzwerkstatt nicht so unterstützt,
dann möchte ich nicht wissen,
wie es weitergegangen wäre.

An was denkst du dabei?
Thomas Porth:
Ich war fast immer schlecht drauf.
Viele Sachen haben mich aufgeregt.
Ich habe viel geschimpft.
Und ich habe oft gefehlt.
Christof Müller hat mich sehr unterstützt.
Damals war er Reha-Leiter im Werk Offenbach 1.
Bald kam ich in die Gruppe von Frank Hofsäß und Joachim Szabo.
Dort ging es immer weiter bergauf.
Sie waren für mich da,
nicht nur in der Werkstatt.
Zum Beispiel haben sie mit mir Möbel aufgebaut.
Oder für mich den Sperr-Müll geregelt.

Auch in deinem Privat-Leben hat sich etwas verändert, oder?
Thomas Porth:
Ja.
Im April 2012 habe ich meine zweite Frau Csilla geheiratet.
Das war vor 10 Jahren, 1 Tag nach ihrem Geburtstag.
Frank und Joachim haben sehr viel bei der Vorbereitung geholfen.
Viele aus der Werkstatt kamen zum Standes-Amt.
Der Raum war sehr voll.
 
Thomas Porth lacht.

Mit Csilla habe ich eine Tochter:
Lara-Joy.
Sie geht in eine Real-Schule +.
Besondere Hilfe beim Lernen braucht sie nicht.
Ich bin sehr stolz auf unsere Familie.

Wie wichtig ist für dich ein selbst-bestimmtes Leben?
Thomas Porth:
Sehr wichtig!
Wir haben eine eigene Wohnung in Landau.
Mit dem Zug machen wir Ausflüge.
Wir fahren zum Beispiel nach Weißenburg oder nach Karlsruhe.
Ich esse sehr gerne Schwarzwälder Kirsch-Torte.
Meine Frau liebt Eclairs.
Das ist eine Art Gebäck mit süßer Füllung aus Frankreich.
Man spricht es so aus: Eh-Klär.
Zur Arbeit fahre ich mit dem öffentlichen Bus.
Oder mit dem Fahrrad.
Ich komme selbst super zurecht.
Seit mehr als 5 Jahren habe ich keinen gesetzlichen Betreuer mehr.

In der Südpfalzwerkstatt hast du auch Verantwortung übernommen.
Thomas Porth:
Im Werk Offenbach 1 bin ich Sicherheits-Beauftragter.
Und ich war viele Jahre im Werkstatt-Rat.
Der Werkstatt-Rat macht sich für die Mitarbeiter mit Behinderung
und für ihre Rechte stark.

Seit fast 20 Jahren arbeitet Thomas Porth
im Metall-Bereich vom Werk Offenbach 1.

Thomas Porth macht sehr gute Arbeit.
Darauf ist er stolz.

Der Mitarbeiter bedient moderne Maschinen.
Dabei muss er gut aufpassen
und viele Dinge beachten.

Gruppen-Leiter Frank Hofsäß und Thomas Porth arbeiten schon lange zusammen.
Sie kennen sich sehr gut
und vertrauen einander.

Erinnerst du dich an dieses Foto aus dem Sommer 2015?
Thomas Porth: Ja. Wir haben ein Fest gefeiert.
Die Südpfalzwerkstatt wurde damals 40 Jahre alt.
Ich durfte eine Rede halten.
Das war eine große Ehre für mich.
Denn ich verdanke der Südpfalzwerkstatt und der Lebenshilfe sehr viel.
Das ist bis heute so.
Und das Vertrauen ist noch weiter gewachsen.
Wenn man Menschen wie Frank Hofsäß an seiner Seit hat,
kann man alles schaffen!

Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen hat Dennis Christmann gestellt.
Er hat auch fast alle Fotos gemacht.

Thomas Porth übernimmt Verantwortung.
Bei der Feier zum 40. Geburtstag
der Südpfalzwerkstatt hat er
eine Rede gehalten.
Der Mann im weißen Hemd ist Christof Müller.
Damals war er Reha-Leiter
im Werk Offenbach 1.
Das Bild ist aus dem „im Fokus“-Archiv.

„Die Arbeit von Thomas Porth ist sehr anspruchsvoll.
Sie besteht aus vielen Einzelschritten, die höchste Präzision erfordern.
Es ist beeindruckend, mit welcher Leidenschaft und Eigenständigkeit er
diesen Ansprüchen gerecht wird.“  

Frank Hofsäß,
Gruppenleitung

„Thomas Porth hat sich hervorragend entwickelt. Viele Kollegen sehen in ihm
ein Vorbild und schätzen im Werkstatt-Alltag seinen Rat.“

Christof Müller,
Fachbereichsleitung Rehabilitation

Gleichberechtigung und Teilhabe für Menschen mit Behinderung: Dafür setzt sich die Lebenshilfe Südliche Weinstraße seit 1964 ein. Als Elternverein gegründet, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einer leistungsstarken Organisation entwickelt, die inzwischen fast 300 Mitglieder zählt. Heute ist sie mit ihren vielfältigen Einrichtungen ein bedeutender Anbieter der umfassenden Hilfe für Menschen mit Behinderung in der Südpfalz.



Adresse

Lebenshilfe Südliche Weinstraße
Jakobstraße 34
76877 Offenbach

Tel.:

06348 616-0

Fax:

06348 616-101

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