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Freizeit-Spaß für alle bahnt Weg
zu einer offeneren Gesellschaft

Ein Kooperationsprojekt der Lebenshilfe Südliche Weinstraße mit Studentinnen
der Universität Landau beleuchtet das Potenzial inklusiver Ferienangebote
und zeigt konkrete Perspektiven für die Umsetzung auf.

erstellt am 23.06.2020

Ferienangebote gibt es viele. Aber richten sie sich wirklich an alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von der Frage, ob sie eine Behinderung haben oder nicht? Wie sehen mögliche Hürden aus? Und wie lassen sich die Barrieren beseitigen? Fragen wie diesen geht das Projekt „Inklusive Ferienbetreuung“ nach. Seit Oktober 2019 feilen vier Studentinnen der Universität Landau in Kooperation mit der Lebenshilfe Südliche Weinstraße an Konzepten, um die Ferienangebote in der Stadt Landau sowie im Landkreis Südliche Weinstraße, bestehend aus den Verbandsgemeinden Annweiler am Trifels, Bad Bergzabern, Edenkoben, Herxheim, Landau-Land, Maikammer und Offenbach an der Queich, inklusiver zu gestalten.

Inklusion bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen. Ein zehnjähriger Junge hat das im Rahmen einer Umfrage der Studentinnen so veranschaulicht: „Wie ein Erdmännchen, das fünf Zentimeter groß ist und eines, das zehn Zentimeter groß ist. Sind ja trotzdem beides Erdmännchen.“ Auch die Botschaft der vier Studentinnen ist unmissverständlich: „Jeder Mensch ist – genau so, wie er oder sie ist – ein wertvoller Teil der Gesellschaft und soll als solcher wertgeschätzt und angenommen werden. Wir sind der Meinung, dass alle Kinder und Jugendlichen, egal ob mit oder ohne Behinderung oder sozialer Benachteiligung, die Möglichkeit haben sollten, gemeinsam mit anderen ihre Ferien zu verbringen und an entsprechenden Angeboten teilzunehmen.“

Die Vorteile liegen auf der Hand: Von inklusiven Ferienangeboten profitieren nicht nur Kinder und Jugendliche mit Behinderung, sondern alle Teilnehmer. Indem sie durch die persönliche Begegnung frühzeitig lernen, dass unsere Gesellschaft vielfältig ist, erweitern sie ihren Horizont und stärken ihre Sozialkompetenzen. „Langfristig können wir auf diese Weise der Vision einer diskriminierungsfreien Gesellschaft ein Stück näher kommen“, betonen die Studentinnen.

Um dieses Konzept umzusetzen, möchten die Projekt-Verantwortlichen die Anbieter von Ferienangeboten für Kinder und Jugendliche in der Region für das Thema Inklusion sensibilisieren. Perspektivisch ist auch eine Zusammenarbeit denkbar. „Zunächst kontaktieren wir die Anbieter – beispielsweise die Jugendhilfe oder die verschiedenen Vereine – und informieren uns darüber, ob die Angebote bereits inklusiv sind. Wenn dies nicht der Fall ist, bieten wir gerne unsere Unterstützung an“, erläutert Koordinationskraft Anna Bez vom Familienentlastenden Dienst der Lebenshilfe Südliche Weinstraße.

Sobald die angesichts der Corona-Pandemie geltenden Sicherheitsbestimmungen es zulassen, soll es einen Infoabend in den Räumlichkeiten der Lebenshilfe Südliche Weinstraße in Offenbach geben, zu dem alle Interessierten eingeladen sind. Konkret wird es darum gehen, was genau Inklusion bei der Konzeption von Ferienangeboten bedeutet, warum sie wichtig ist und welche Unterstützungsmöglichkeiten es bei der Umsetzung gibt. Referenten, die über Erfahrung im Bereich inklusiver Ferienangebote verfügen, werden aufzeigen, dass und wie Inklusion erreichbar ist – und dass sie nicht nur eine Herausforderung bedeutet, sondern vor allem auch eine Chance sein kann. Daneben stellen die Studentinnen Statements von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung vor, die sie im Zuge ihrer Umfrage zum Thema Ferienaktivitäten und Inklusion erhalten haben. Ebenso besteht die Gelegenheit, offene Fragen zu klären.

„Unser Ziel ist es, Träger der Kinder- und Jugendhilfe dazu zu ermutigen, in ihrem Ferienprogramm Inklusion zu wagen und zu leben“, unterstreicht Andreas Knüdel, Leitung Ambulante Dienste der Lebenshilfe Südliche Weinstraße. „Viele von ihnen trauen sich bislang leider nicht zu, diesem Anspruch gerecht zu werden. Doch im Dialog ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten und Perspektiven.“ Auch die vier Studentinnen machen Mut: „Der Weg zu mehr Inklusion verläuft nicht immer problemlos, aber er lohnt sich. Eine inklusive Ferienfreizeit kann ein Schritt in Richtung einer bunteren, vielfältigeren und toleranteren Gesellschaft sein. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam beschreiten!“

Bilder: Lebenshilfe/David Maurer

Gleichberechtigung und Teilhabe für Menschen mit Behinderung: Dafür setzt sich die Lebenshilfe Südliche Weinstraße seit 1964 ein. Als Elternverein gegründet, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einer leistungsstarken Organisation entwickelt, die inzwischen fast 300 Mitglieder zählt. Heute ist sie mit ihren vielfältigen Einrichtungen ein bedeutender Anbieter der umfassenden Hilfe für Menschen mit Behinderung in der Südpfalz.



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06348 616-0

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