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Tatendrang statt „Geisterwerkstatt“

Hygiene, Abstand, Sicherheit: Mit umfangreichen Maßnahmen
ermöglicht die Südpfalzwerkstatt Menschen mit Behinderung wieder die Teilhabe
am Arbeitsleben. Die Freude der Rückkehrer ist groß.

In der Südpfalzwerkstatt gelten andere Regeln als bisher. Das sieht man schon von außen: Noch vor dem Haupteingang in der Jakobstraße in Offenbach erwartet ein großformatiges Hinweisschild die Besucher. Eine Klingel ist daran angebracht. Nur wer sie betätigt und eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, darf unter Aufsicht der Mitarbeiter am Empfang das Gebäude betreten und sich in eine Liste eintragen – sobald er seine Hände desinfiziert hat. In Zeiten der Corona-Pandemie muss jeder Besuch dokumentiert werden.

Seit dem 7. Mai ist die Südpfalzwerkstatt, eine Einrichtung der Lebenshilfe Südliche Weinstraße, wieder für die Mitarbeiter mit Behinderung geöffnet. „Wegen der geltenden Abstands- und Hygieneregeln sowie der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen können bis auf Weiteres nicht alle gleichzeitig arbeiten. Zudem sind viele unserer Mitarbeiter Hoch-Risiko-Patienten, denen es laut aktueller Verordnung nicht erlaubt ist, zur Arbeit in die Südpfalzwerkstatt zu kommen“, erläutert Martin Heger, Geschäftsbereichsleitung Arbeit. „In den ersten Tagen seit dem 7. Mai konnten weniger als die Hälfte unserer Mitarbeiter mit Behinderung wieder ihre Tätigkeit aufnehmen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass in absehbarer Zeit möglichst viele der insgesamt rund 830 Mitarbeiter in unsere Werke zurückkehren können.“

Um eine der Voraussetzungen dafür zu schaffen, hat die Lebenshilfe Südliche Weinstraße eine Reihe wichtiger wie wirksamer Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So gibt es unter anderem kleinere Gruppen und zeitversetzte Pausen. Raumteiler, Absperrungen und Markierungen auf dem Boden erleichtern es, den Mindestabstand einzuhalten. An zahlreichen Stellen in den Gebäuden steht Hand-Desinfektionsmittel zur Verfügung. Auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehört in allen Abteilungen inzwischen zum Alltag  –  von der Produktion bis zur Verwaltung. Viele der Mund-Nasen-Bedeckungen stammen aus den Südpfalzwerkstatt-eigenen Nähereien in Herxheim und Wörth.

„Die Mitarbeiter nehmen die neuen Regeln sehr gut an. Sie halten Abstand und achten streng darauf, ihre Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, wo es erforderlich ist“, berichtet Gruppenhelferin Tatjana Sieghold. „Auch die regelmäßige Desinfektion der Hände und das besonders gründliche Händewaschen sind längst Routine.“ Auf Anordnung der Landesregierung waren die Mitarbeiter mit Behinderung zwischen dem 23. März und Anfang Mai von der Arbeit freigestellt. Von einem auf den anderen Tag mussten die verbliebenen 150 Angestellten im Qualifizierungs- und Betreuungsbereich die zur Aufrechterhaltung von Lieferketten erforderlichen Tätigkeiten von hoher Priorität übernehmen. Tatjana Sieghold war in dieser Zeit im Metall- und im Verpackungsbereich im Einsatz. „Eine wertvolle Erfahrung“, betont die Südpfälzerin. „Schon vorher wussten wir, was für eine großartige Arbeit Menschen mit Behinderung in der Südpfalzwerkstatt leisten. Doch in den zurückliegenden Wochen haben wir selbst erlebt, wie viel Sorgfalt, Genauigkeit und Ausdauer nötig sind, um die Qualität abzuliefern, die unseren Maßstäben entspricht.“

Nicht nur Tatjana Sieghold ist froh, dass die „Geisterwerkstatt“, wie sie die Phase zwischen Ende März und Anfang Mai bezeichnet, der Vergangenheit angehört, sondern auch Alexander Timoschenko, der an diesem Vormittag an einer CNC-Fräsmaschine im Metallbereich von Werk Offenbach 1 im Einsatz ist. „Endlich wieder was zu tun“, freut sich der Mitarbeiter. Frank Boesner, der unter anderem am Empfang arbeitet, ist dankbar: „Nach so vielen Wochen zu Hause fällt einem doch die Decke auf den Kopf. Es ist so schön, zurück in der Südpfalzwerkstatt zu sein!“ Auch Sandra Rock hat gute Laune. Ihre bunt karierte Mund-Nasen-Bedeckung hält sie nicht davon ab, Lieder aus dem Radio mitzusingen, während sie mit höchster Präzision Scheibenreiniger bedruckt. „Auch zu Hause hatte ich viel zu tun, aber meine Kollegen haben mir gefehlt. Jetzt habe ich wieder mehr Ordnung in meinem Alltag. Das gefällt mir. Und vor allem sehe ich meine Kollegen wieder. Hoffentlich können bald wieder alle zur Arbeit in die Südpfalzwerkstatt kommen.“

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„Juhuu! Endlich wieder arbeiten gehen!“ Die Botschaft ist eindeutig. Kim Feldner hat sie sich in pinkfarbenen Lettern auf ein hellblaues T-Shirt drucken lassen – eigens für ihren ersten Arbeitstag in der Südpfalzwerkstatt nach einer mehrmonatigen Zwangspause. Auf Anordnung der Landesregierung waren die Mitarbeiter mit Behinderung zwischen dem 23. März und Anfang Mai von der Arbeit freigestellt.

 

Neue Regeln: Vor dem Haupteingang der Südpfalzwerkstatt in der Jakobstraße in Offenbach steht ein großformatiges Hinweisschild. Es klärt über die Hygieneregeln für Besucher auf. Außerdem ist eine Klingel daran angebracht.

 

Seit dem 7. Mai ist die Südpfalzwerkstatt wieder für Mitarbeiter mit Behinderung geöffnet. Alexander Timoschenko – hier an einer CNC-Fräsmaschine im Einsatz – ist froh, dass er wieder arbeiten darf.

 

Zwischen dem 23. März und Anfang Mai waren die Mitarbeiter mit Behinderung auf Anordnung der Landesregierung von der Arbeit freigestellt. In dieser Zeit übernahmen Angestellte die zur Aufrechterhaltung von Lieferketten erforderlichen Tätigkeiten von hoher Priorität. Das Bild zeigt Christian Brandl, Produktionsleitung im Werk Offenbach 1.

 

Mit nur 150 verbliebenen Mitarbeitern konnte von einer Produktion im eigentlichen Sinn kaum die Rede sein.

 

Trotz des großen Arbeitsaufkommens herrschte eine sehr positive und kollegiale Atmosphäre.

 

Wegen der vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie geltenden Bestimmungen dürfen noch nicht alle Mitarbeiter mit Behinderung wieder ihre Tätigkeit in der Südpfalzwerkstatt aufnehmen. Die Rückkehrer sind hochmotiviert und freuen sich darauf, bald möglichst viele Kollegen wiederzusehen.

 

Sandra Rock hat gute Laune. Ihre bunt karierte Mund-Nasen-Bedeckung hält sie nicht davon ab, Lieder aus dem Radio mitzusingen, während sie mit höchster Präzision Scheibenreiniger bedruckt.

 

Absperrungen und Markierungen auf dem Boden erleichtern es, den Sicherheitsabstand einzuhalten.

 

Im Werk Offenbach 2 führen getrennte Wege zu den unterschiedlichen Gruppen.

 

Schon am Eingang gilt es, sich für eine Abzweigung zu entscheiden. Vermeintliche Routinetermine wie eine Getränkeanlieferung können da schnell zur Herausforderung werden.

 

An zahlreichen Orten innerhalb der Gebäude sowie davor stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung. Die Mitarbeiter achten streng auf die Hygieneregeln. Sie waschen und desinfizieren Ihre Hände häufig und gründlich.

 

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gehört in allen Abteilungen inzwischen zum Alltag  –  auch für Geschäftsführerin Marina Hoffmann. Viele der Mund-Nasen-Bedeckungen stammen aus den Südpfalzwerkstatt-eigenen Nähereien in Herxheim und Wörth.

 

Auch die Experten für den Vorrichtungsbau sind derzeit besonders gefragt. Unter anderem stellen sie Visiere aus Kunststoff her, um das gesamte Gesicht vor potenziellen Krankheitserregern zu schützen. Darüber hinaus eignen sie sich für bestimmte Tätigkeiten in der Werkstatt besser als textile Mund-Nasen-Bedeckungen. 

 

Mobile Spuckschutzwände für den Eigenbedarf fertigt die Südpfalzwerkstatt ebenfalls an.

 

Die Spuckschutzwände sind vielfältig einsetzbar.

 

Die Schutzvorrichtungen aus Plexiglas sind eine wirksame Sicherheitsvorkehrung. Daneben weisen großflächige Schilder auf die angesichts der Corona-Pandemie geltenden Regeln hin.

 

Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen wurden auch im Speisesaal getroffen. Mit Abstandsmarkierungen und Schutzwänden aus Plexiglas ist es allerdings noch nicht getan…

 

Bis auf Weiteres gelten unterschiedliche Pausenzeiten. So halten sich niemals zu viele Personen gleichzeitig im Speisesaal auf. Dieser ist zudem in unterschiedliche Bereiche eingeteilt worden, damit möglichst wenige Menschen dort einander begegnen.

 

Darüber freut sich auch Frank Boesner, der während der Arbeitszeit pflichtbewusst eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt.

 

Dank der wirksamen Sicherheitsvorkehrungen kann er bedenkenlos sein Mittagessen genießen.

 

Gleichberechtigung und Teilhabe für Menschen mit Behinderung: Dafür setzt sich die Lebenshilfe Südliche Weinstraße seit 1964 ein. Als Elternverein gegründet, hat sie sich im Laufe der Zeit zu einer leistungsstarken Organisation entwickelt, die inzwischen fast 300 Mitglieder zählt. Heute ist sie mit ihren vielfältigen Einrichtungen ein bedeutender Anbieter der umfassenden Hilfe für Menschen mit Behinderung in der Südpfalz.



Adresse

Lebenshilfe Südliche Weinstraße
Jakobstraße 34
76877 Offenbach

Tel.:

06348 616-0

Fax:

06348 616-101

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